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Big on Stage – Die Tischbühne zieht ein

Wie ein Tischtheater in einem kleinen Buchladen im fränkischen Gunzenhausen große Aufmerksamkeit auf sich zieht, weiß Melena Renner. Sie ist Inhaberin der Buchhandlung am Färberturm in der idyllischen Kleinstadt und glückliche Gewinnerin einer Tischbühne aus dem Paperworld Inspirationsareal „Mr. Books & Mrs. Paper“. Das neuartige Dekokonzept – eine Bühne für originelle Produktpräsentationen – begeistert ihre Kunden, wie sie im Interview erzählt.

Tischbühne mit ausgelegten Büchern und herunterhängenden Blättern

Das Dschungelbuch von Rudyard Kipling auf der Tischbühne

Frau Renner, Sie übernahmen 2016 die Buchhandlung und sind damit nach Studium und Berufsjahren im Projektmanagement in Ihre Heimat zurückgekehrt. Worin lag die Herausforderung?
Ich bin ganz in der Nähe aufgewachsen. Die Buchhandlung, nur rund 70 Quadratmeter groß, bestand seit 1982 und war gut eingeführt. Gleich nach dem Wechsel nahm ich Veränderungen in die Hand. So erhielt die Buchhandlung einen neuen Namen – Buchhandlung am Färberturm – und eine neue Einrichtung, um das Profil zu unterstreichen. Heute können meine Kunden auch per Whatsapp Bücher bestellen, was sehr gut angenommen wird, da es so schnell und einfach geht. Markierten vorher einige bunte Regale den Kinderbuchbereich, kreierten wir in einer aufwendigen Umbauaktion einen ‚Märchenwald‘ mit Häuschen und Baumkronen. Mein Mann ist Schreiner und war daher eine wertvolle Unterstützung.

Wie würden Sie das Interieur beschreiben und was macht im Besonderen das Kauferlebnis aus?
Das Gebäude ist aus dem späten Mittelalter und denkmalgeschützt. Die Ladenräume sind auf drei Ebenen verteilt und verwinkelt, was hier Atmosphäre schafft. Bei uns sieht es aus wie in einem Tante-Emma-Laden – dazu geben schöne alte Möbel und Accessoires ein heimeliges Gefühl. Das Interieur ist die Plattform für eine moderne Produktauswahl. Bei uns ist alles stimmig. So haben wir das passende Geschenkpapier zum Buch oder auch passende Servietten. Diese harmonische Inszenierung schafft das besondere Kauferlebnis. Als ich auf der Paperworld zum ersten Mal die Tischbühnen in dieser Form sah, wusste ich, sie sind genau die Ergänzung, die wir im Laden brauchen – eine neue Dimension in unserer Präsentation. Etwas, wo Emotionalität entsteht. Ganz anders als wenn man Bücher nur auf den Tisch legt.

Kinderecke der Buchhandlung am Färberturm mit dünnen Baumstämmen und Stühlen in Pilzoptik

Kommode mit offener Schublade mit ausgelegten Büchern

Dann kam Fortuna und brachte gleich einen Hauptgewinn, den Angelika Niestrath, Kuratorin des Paperworld Inspirationsareals „Mr. Books & Mrs. Paper“, bei Ihnen im Laden aufbaute.
Stimmt und eigentlich war es doppeltes Glück. Denn ich hatte mir nach dem Messebesuch schon eine Bühne von meinem Vater bauen lassen, mit Kupferbogen, denn wir haben viele Kupferelemente im Laden. Ich war so begeistert von der Idee einer Tischbühne, das wollte ich auch. Wir haben es mit ganz einfachen Mitteln nachempfunden. Dann kam der Hauptgewinn. Und ich erlebte beim Aufbau mit Angelika Niestrath, wie viele Möglichkeiten noch darin stecken.

War der Aufbau einfach?
Im Grunde ja. Die gewonnene Tischbühne nimmt etwa 80 x 80 Zentimeter Standfläche ein. Ideal, denn im kleinen Laden müssen wir jeden Zentimeter kalkulieren. Beim Aufbau nahm ich einige Ideen und Kniffe mit, generell ist es aber einfach mit den verschiedenen Elementen die Bühne zu gestalten. Schön ist auch, dass man bei diesem Konzept Produkte oder Dekorationen von oben herabhängen lassen kann. Um die Präsentation abzurunden, dekorierten Angelika Niestrath und ich auch das große Schaufenster im Eingangsbereich mit dem gleichen Thema: ‚Urban Jungle‘. Im Mittelpunkt stand dabei der Bildband „Das Dschungelbuch“ mit wunderbaren Illustrationen, die sich heraustrennen und beispielsweise als Kinderzimmerdekoration verwenden lassen. Die lebendige Dschungeloptik entsteht durch eine eindrucksvolle Blätterdekoration. Für das Schaufenster haben wir ausgewählte Drucke aus dem Buch gerahmt. Beim Aufbau haben wir uns prima ergänzt, das machte viel Spaß. Wie ich erfuhr, gibt es mittlerweile kommerzielle Tischbühnen bei Fluhr Displays zu kaufen.

Wie kamen Tischbühne und Schaufenster im Dschungel-Look bei Ihren Kunden an?
Ausgesprochen gut. Stammkunden, die von uns auch sonst originelle Dekorationen kennen, aber auch viele Touristen, die wir als Spontankäufer erleben, gaben uns durchweg sehr positive Rückmeldungen. Uns fiel außerdem auf, dass Stammkunden beim Verlassen des Ladens nochmal an der Tischbühne anhielten und mit etwas, was sie dort fanden, an die Kasse zurückkamen. Auch für Neukunden war es ein Blickfang. Offen gestanden dachte ich zunächst, das Thema ‚Urban Jungle‘ sei vielleicht zu exotisch – und war dann positiv überrascht von der großen Resonanz.

Wie nutzen Sie die Tischbühne?
Wir dekorieren die Tischbühne meist jede zweite Woche um. Es ist der Bereich, wo wir versuchen am schnellsten die Dekoration zu wechseln, das hat sich bewährt, vor allem bei den Stammkunden, die das Sortiment gut kennen.

Würden Sie anderen Buchhandlungen Tischbühnen empfehlen?
Absolut. Die Investition lohnt sich. Das Konzept der Tischbühne auf der Paperworld erlebt zu haben, war für mich eine Initialzündung. Auch die Hersteller und jungen Designer, die mich dort überzeugten, wirken sich nachhaltig aus. Ich habe mittlerweile viele Stammkunden, die sagen, sie kommen nur, um Gruß- und Postkarten zu kaufen, da es bei uns die schönsten gibt. Und dabei bieten in Gunzenhausen viele Läden Karten an. Wir haben eben die ganz besonderen. Ich finde, das ist ein Bereich, wo man sich als Buchhandlung profilieren und von anderen absetzen kann.

Angelika Niestrath, Kuratorin von „Mr. Books & Mrs. Paper“ und Michael Reichhold, Leiter Paperworld, gratulierten Melena Renner zum Gewinn des Dekopakets.

Schaufenster Dekoration mit herunterhängenden Blättern und Bildern

Auf den Punkt gebracht: Warum ist Dekoration so wichtig?
Um einen Mehrwert zu schaffen. Sie erzeugt eindeutig Kaufimpulse. Gleichzeitig lege ich Wert darauf, dass unsere Räume als Buchhandlung weiterhin erkennbar bleiben. Nonbook-Artikel gehören zum Sortiment, werden aber als stimmige Ergänzung eingesetzt. Unsere Kunden schätzen das. Auch dass wir für sie eine Vorauswahl treffen, also unseren Geschmack mit einfließen lassen.

Womit konnte Sie die Paperworld am meisten überzeugen und worauf werden Sie beim nächsten Besuch gezielt achten?
Es war mein erster Besuch der Messe. Ich suchte nach etwas Neuem und nicht nach dem, was man überall findet. Gerade im Bereich Karten und Geschenkpapier machte ich tolle Entdeckungen. Was ich bei den Herstellern orderte, kam im Laden sehr gut an, ich musste mehrfach nachbestellen, so groß war die Nachfrage. Einige Nonbook-Artikel habe ich in der Folge neu aufgenommen, Tassen und Fotoalben etwa. Beim nächsten Besuch in Frankfurt werde ich mich gezielt von „Mr. Books & Mrs. Paper“ und deren konzentrierter Präsentation inspirieren lassen. Auch eine Führung durch die Schau werde ich wieder mitmachen.

Herzlichen Dank für das Interview!

Ausstellernachweis

Weitere Informationen zu kommerziellen Tischbühnen von Fluhr Displays

Bildnachweis

Messe Frankfurt; Eveline Hermannseder

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