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Social Commerce: Abverkauf über Social Media

Dass Social Media zum kleinen Einmaleins des Online-Marketings gehört, dürfte mittlerweile allen bekannt sein. Doch viele Social-Media-Plattformen bieten mit ihren integrierten Shopseiten auch die Möglichkeit, das eigene Sortiment direkt über sie zu verkaufen. In Zeiten, in denen zahlreiche Unternehmen erhebliche Energie und Ressourcen in Digitalisierungsmaßnahmen stecken, ist das versteckte Potenzial von Social Commerce eine wertvolle Alternative (oder Ergänzung) des eigenen Online-Shops.

Die Geschäftsführerin eines Concept Stores blickt erfreut auf den Bildschirm ihres Tablets.

Mit einem Facebook- oder Instagram-Shop die Customer Journey verkürzen.

Mit regelmäßigem Content sichtbar bleiben.

Mit Community Management Kundenloyalität sichern.

Nachholbedarf bei Social Media

In einer Studie des Zentrums für Vertriebsmanagement aus dem Jahr 2019 gaben 54% der 188 befragten deutschen Unternehmen an, es sei wichtig, Social Media im Vertrieb einzusetzen und zu nutzen. 26% schätzten den Einfluss von Social Media auf den Unternehmenserfolg sogar als groß ein. Und doch: Lediglich ein knappes Drittel gab an, eine klare Strategie bei der vertrieblichen Nutzung von Social Media zu verfolgen. Ein Versäumnis, das sein wahres Ausmaß erst im März 2020 offenbaren sollte.

Wer bereits vor der Pandemie gut gepflegte Social-Media-Kanäle vorweisen konnte, war und ist während der Maßnahmen zur Eindämmung klar im Vorteil. Doch auch für die Zeit nach der Krise sind Anstrengungen, die man jetzt zur Pflege der Kanäle unternimmt, von nicht zu unterschätzendem Wert. Die Möglichkeiten der Contentgestaltung zu Marketingzwecken sind dabei vielfältig: Von der Bilderstrecke neu eingetroffener Artikel über mit dem Smartphone gefilmte Produktdemonstrationen bis hin zu Instagram-Stories, die zufriedene Kunden-Postings aufgreifen – schon mit einfachen Mitteln lassen sich Inhalte kreieren, die wertvolle Touchpoints auf der Customer Journey bilden. Wer weiter gehen will, kann zum Beispiel Kooperationen mit Influencern oder Micro-Influencern in Angriff nehmen.

Warum Social Commerce?

Social Media ist längst nicht mehr nur ein Marketing-Tool. Wie das Magazin t3n in seinem Ratgeber ausführt, stellt der Verkauf direkt über Social Media Plattformen einen Ansatz von steigender Relevanz dar. Gerade für jüngere Zielgruppen, die wenige Ressentiments bezüglich der Weitergabe ihrer Zahlungsinformationen hegen, bieten die integrierten Shops von Facebook, Instagram und Co. ein ganzheitliches und direktes Einkaufserlebnis. Wer nicht erst auf einen externen Online-Shop weitergeleitet werden muss, ist einfach schneller am Ziel – die Customer Journey ist ein Paar Schritte kürzer, die Hemmschwelle beim Kauf dahingehend niedriger.

Eine Plattform wie Pinterest, ein in erster Linie visuelles Medium, das vor allem zur Entscheidungsfindung vor einem Kauf genutzt wird, mit einem eigenen Shop zu versehen, ist nur logisch. Und auch Facebook und Instagram bieten eine Shopseite, womit Inspiration und Ideenfindung, Verkauf und nachfolgendes Community Management an einem Ort zusammenlaufen. Ganz neu ist auch der Shopping Button auf WhatsApp, der momentan weltweit nach und nach eingeführt wird. Für den Nutzer stellt dies eine signifikante Vereinfachung des Einkaufsprozesses dar, während das Unternehmen gleichzeitig die Chance hat, sich in den Alltag ihrer Kunden zu integrieren. Allerdings, so t3n, müsse man sich in diesem Fall nicht nur damit abfinden, dass mit der entsprechenden Plattform ein anderer die wertvollen Kundendaten erhebt, sondern man verzichte auch auf eigenen Traffic.

Und dennoch: Im Hinblick auf die Unvorhersehbarkeit der weiteren Entwicklung der Pandemie, die viele Unternehmen gezwungen hat, die eigene Digitalisierung an die Spitze der Prioritätenliste zu setzen, ist jetzt der beste Zeitpunkt, Social Commerce in Betracht zu ziehen und auch den Social Media Auftritt auszubauen. Das regelmäßige Befüllen der Kanäle mit Content ist dabei entscheidend: Nur wer im Feed seiner Kunden bleibt, kann auch in schwierigen Zeiten von ihrer Solidarität profitieren.

Praxisbeispiele

COTTO ist ein Geschäft für Wohnaccessoires, das neben dem Mannheimer Store auch eine Shopseite auf Facebook betreibt. Die Inhaberin Patricia Schneider, die seit fast 25 Jahren das Geschäft leitet, stellt zudem auf IGTV ausgewählte Artikel vor und informiert über Verfügbarkeit oder Farbvariationen. Auch für ihren Aufruf zur Unterstützung lokaler Händler während der Pandemie bot IGTV die ideale Plattform.

Einen Facebook-Shop befüllt auch Oständ. Während der Pandemie begann der Concept Store im Frankfurter Ostend, augenzwinkernde Teleshopping-Videos auf IGTV zu posten. Auf sympathisch-lockere Weise werden so neu eingetroffene Produkte vorgestellt und gleichzeitig die persönliche Verbindung zu den Kunden und Followern gestärkt.

Die mit dem German Design Award ausgezeichnete Berliner Porzellanmanufaktur Schoemig wirbt auf Instagram mit stilsicher inszenierten Produktfotos und wohlkuratierten Einblicken in die Fertigung. Angeboten werden die Produkte sowohl im eigenen Online-Shop als auch der Facebook-Seite.

Über den Autor

sværm ist eine 2018 gegründete Social Media Agentur in Frankfurt am Main mit dem Ziel, Schwärme um Marken zu bilden.

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